Was ist Gestalttherapie?

Die Gestalttherapie ist eine humanistische Form der Psychotherapie, die die Ganzheitlichkeit des Menschen aus Körper, Geist und Seele in den Vordergrund rückt. Das Ziel in der Gestalttherapie ist die Unterbrechung der Selbstunterbrechung: Wir stehen uns oft selbst im Weg und das gilt es aufzudecken und zu überwinden.

Wie? Durch mehr Bewusstheit über den eigenen Körper, die eigenen Bedürfnisse, Gefühle und Gedanken. So erlangst du mehr bewussten Handlungsspielraum und unterliegst weniger unbewussten Automatismen.

Für mich lässt sich Gestalttherapie in drei Worten zusammenfassen:

Gestalttherapie berührt

Saskia Grohmann - Gestalttherapie berührt

„The only way out is through“ – Robert Frost –

Gestalttherapie geht unter die Haut und beschäftigt sich mit starken, tiefen Emotionen. Die Vorstellung, vermeintlich negative Emotionen wie Wut, Trauer oder Angst zu erleben, kann beängstigend sein. Daher erscheint es verlockend, diesen Emotionen aus dem Weg zu gehen und vor allem „alte Wunden“, die solche starken Gefühle auslösen können, nicht anzuschauen. Durch diese Herangehensweise berauben wir uns aber auch der positiven Emotionen. Der Mensch kann Emotionen nicht selektiv unterdrücken. Das heißt, auch z.B. Freude, Liebe oder Lust werden nur in abgeschwächter Form erlebt. Es kann daher sehr befreiend sein, vermeintlich „schlechte“ Emotionen tatsächlich zu durchleben und einen Umgang damit zu finden, um auch die positiven Emotionen wieder in ihrer Fülle erleben zu können. 

Gestalttherapie bewegt

Saskia Grohmann - Gestalttherapie bewegt

„Körperausdruck ist der unmittelbare Dialog zwischen dem inneren Erleben und der äußeren Welt. In der Bewegung erfahren wir uns und unsere Grenzen.“ – Laura Perls –

Gestalttherapie findet in Bewegung statt – innerlich aber auch tatsächlich körperlich. Die Idee eines Körpergedächtnisses beinhaltet die Annahme, dass unser Körper Erfahrungen und Erlebnisse abspeichert. Dies kann sich in Form von Verspannungen, aber auch anderen körperlichen Symptomen äußern und zu einer Art „Körperpanzer“, also eingeschränkten Beweglichkeit führen. In der Gestalttherapie besteht die Möglichkeit, ein Körperbewusstsein zu entwickeln und durch Bewegung, Berührung und körperlichen Ausdruck unterbewusste Themen zu bearbeiten, zu denen der Kopf nicht immer einen Zugang hat.

Gestalttherapie belebt

Saskia Grohmann - Gestalttherapie belebt

„Die tiefste Form der Lebendigkeit entsteht, wenn wir ganz bei uns selbst ankommen.“ – Michael Brown –

Gestalttherapie belebt und aktiviert, weil sie den Fokus konsequent auf das Hier und Jetzt richtet. Sie lädt uns dazu ein, den gegenwärtigen Moment bewusst wahrzunehmen – den einzigen Zeitpunkt, in dem unser Leben tatsächlich stattfindet und erfahrbar ist. Häufig sind wir gedanklich mit Vergangenem beschäftigt oder verlieren uns in Sorgen und Erwartungen an die Zukunft. Diese inneren Lasten können uns davon abhalten, das wahrzunehmen, was gerade wirklich da ist: unsere Gefühle, unsere Bedürfnisse und unsere Lebendigkeit.

Die Gestalttherapie hilft dabei, aus diesen gedanklichen Verstrickungen auszusteigen und wieder in Kontakt mit dem aktuellen Erleben zu kommen. Indem wir lernen, dem gegenwärtigen Moment Aufmerksamkeit zu schenken, entsteht mehr Klarheit, Präsenz und ein tieferes Erleben unseres eigenen Lebens.

Wie verstehe und lebe ich Gestalttherapie?

Mein Verständnis von Gestalttherapie ist maßgeblich durch das Institut für Gestalt und Erfahrung (IGE) geprägt. Sowohl im Rahmen meiner Ausbildung zur Gestalttherapeutin als auch in verschiedenen Selbsterfahrungsseminaren – beginnend mit der Heldenreise® – durfte ich die Sichtweise, die dort gelebt und gelehrt wird, selbst erfahren und verinnerlichen. Diese Erfahrungen haben meine therapeutische Haltung nachhaltig geformt und beeinflussen bis heute meine Arbeit mit Menschen.

Im Mittelpunkt dieses Ansatzes steht für mich die Begegnung auf Augenhöhe sowie das Vertrauen in die innewohnenden Ressourcen jedes Einzelnen. Gestalttherapie bedeutet für mich, den gegenwärtigen Moment ernst zu nehmen, Wahrnehmung zu schärfen und innere Prozesse bewusst erlebbar zu machen. Es geht weniger um schnelle Lösungen als vielmehr um ein achtsames Hinwenden zu dem, was gerade da ist – mit allem, was sich zeigt.

Die Heldenreise® ist eine eingetragene Marke des IGE und somit ein geschütztes Seminar, das Menschen ermöglicht, auf kreative Weise und unterstützt durch vielfältige gestalttherapeutische Methoden, in einen intensiven Kontakt mit sich selbst zu kommen. Sie eröffnet einen Erfahrungsraum, in dem persönliche Themen, innere Konflikte und Entwicklungsschritte erlebbar werden und Eigenverantwortlichkeit gestärkt wird. Diese Arbeit hat mich tief berührt und mir eindrücklich gezeigt, wie heilsam es sein kann, den eigenen Weg bewusst zu gehen und sich den inneren Bewegungen mit Offenheit und Mut zuzuwenden.

Diese Haltung prägt meine therapeutische Arbeit: Ich begleite Menschen dabei, sich selbst besser wahrzunehmen, ihre Bedürfnisse zu erkennen und neue Handlungsspielräume zu entdecken – in ihrem eigenen Tempo und in einem geschützten, wertschätzenden Rahmen.